Als vor vielen,
vielen Jahren „Tanz den Mussolini, tanz den Adolf Hitler" im
Kommandoton zu Stakkatorhythmen erschallte, waren die Gemüter schnell
aufgebracht und der Faschismusvorwurf formuliert. Dass es sich um
gezielte Provokation handelte, wurde gern übersehen. Denn auch ein
gewisser Jesus Christus sollte getanzt werden - also eigentlich alle
und jeder. Politisch war hier gar nichts, hedonistisch vieles. Mit
ihrem „Mussolini" sorgten DAF, die Deutsch-Amerikanische Freundschaft,
Anfang der 80er nicht nur in den Feuilletons für Aufregung, sondern
eroberten mit dieser und anderen Elektro-Hymnen auch die Charts.
Knarzige Sequencer-Sounds und monoton-treibender Drumbeat wirbelten das
seinerzeit aktuelle Spektrum aus Punk, elektronischer Musik und Neuer
Deutscher Welle kräftig durcheinander. Es wird sogar behauptet, DAF
hätte der House-Musik den Weg geebnet. Während man zu Kraftwerk-Songs
Schampus goutierte, mundete zu DAF-Rhythmen auch Bier und Schnaps. Nun
sind Gabi Delgado-López und Robert Görl wieder ein Duo und rufen mit
neuen Songs zur Verschwendung der Jugend auf.