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Geschrieben von Tina Eiblmaier
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13.06.2006 |
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Der Scholar
er sucht
und findet nicht
gibt
und verliert sich
Seit Stunden stand er schon in der alten Bibliothek. So wie er es schon
seit Jahren, Jahrzehnten, Tag um Tag tat. Seine Augen waren lange nicht
mehr so gut, wie sie es einst gewesen waren, damals, als er seine Suche
begonnen hatte. Ebenso wie seine Arme schwach und seine Beine lahm
geworden waren. Doch er bemerkte es nicht. Er bemerkte auch nicht wie
die Jahre dahinflossen, und wie er immer mehr und mehr allein Tag um
Tag in der großen Halle seine Arbeit verrichtete. Er laß, er
dokumentierte, er schrieb und er suchte , suchte ...
Ja was? An jenem Tag, zu jener späten Stunde, im Licht seiner letzten
Kerze, nahm er das letzte aller Bücher in die Hand. Ein altes, in Leder
gebundenes Buch, mit vergilbten pergamenten Blättern, in einer alten,
vergessenen Sprache. Und als er jenes Buch in Händen hielt, das letzte,
schaute er auf. Denn als seine Hände die alten Seiten berührten, und er
Zeile um Zeile durchforstete, nach dem Ziel, dem Sinn, war ihm
aufgefallen, daß er gar nicht mehr wusste, was das Ziel war, was war
es, was er suchte.
Er hatte es vergessen.
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