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Das Chamäleon PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Tina Eiblmaier   
13.06.2006

Das Chamäleon



persönlichkeit
wechelt die farbe
das Sein
wie das Ich


Er wußte schon nicht mehr, wie lange er sie kannte. Fast schon sein halbes Leben. Seit damals, als sie mal kurz ein Paar gewesen waren. Na ja, zumindest hatten sie Sex gehabt. Ein Paar... Nein, das waren sie nicht gewesen. Aber irgendwie sah er sie seitdem als eine Art Protegé. In unregelmäßigen Abständen besuchte er sie immer wieder, oder besser suchte sie eine Weile, bis er sie fand. Er war gespannt, wie es diesmal sein würde. Damals, während der Sache mit ihm, war sie eine begeisterte Malerin gewesen, Die Kunst ihr Ziel. Dann als er sie das Nächste mal traf, war sie voll uns ganz in der Metall- Szene aufgegangen. Dann wiederum fand er sie bei einer obskuren religiösen Sekte, die in Indien verwurzelt war. Beim letzten Mal hatte er sie als Sklavin in einer extremen BDSM Beziehung angetroffen. Mal hatte sie rote Locken, eine schwarze Mähne oder eine Glatze gehabt. Nie hätte man meinen könne, sie wäre an diesen Orten aufgefallen oder aus dem Rahmen gewesen. Nein das nie. Mehr das sie verschmolz mit dem Ganzen, war wie ein Teil davon, doch eigentlich nie mehr als ein Mitläufer. Nie mehr.
Diesmal war es leicht gewesen sie zu finden. Diesmal hatte sie eine reguläre Telefonnummer gehabt. Und eine feste Adresse. Ungewöhnlich. Einfach mal abwarten was kommt. Sie wohnte wieder mit jemanden zusammen. Vielleicht ein Punk? Ein langhaariger Bombenleger? Wer konnte das wissen. Sein Routing-System zeigte an, das er bald da sein würde. Seltsam. Er befand sich in einer schicken und teuren Einzel Familienhäuser Siedlung, mit symmetrischen und penibel gepflegten Vorgärten. Nein, kein Zweifel das war wohl die richtige Straße, ja und auf dem Kllingelschild stand auch ihr Name. Er klingelte.
"Nein, du bist es... Oh... Herbert, mein Liebling, komm doch mal. Ich muß dir einen alten Freund vorstellen"
Als er am Abend das Haus verließ, schüttelte er bedenklich den Kopf. Das war es also diesmal. Das Konservative -Familien-Börse-Banker-Karriere Projekt. Es war ein sehr amüsanter Nachmittag und Abend gewesen. Wobei sie wie immer tunlichst die Vergangenheit vermieden hatte. Erstaunlich diese Wandlungen. Ohne jedwede Konsequenz. Ohne erkennbare Ziele. Aber er war schon gespannt auf das nächste Mal.
Auf ihre nächste scheinbare Persönlichkeit.

Letzte Aktualisierung ( 23.10.2006 )
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Datum: 02.12.2005 Betrachtet: 41 mal Besitzer/in: Udo von Krähenfeld

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