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Geschrieben von Madman   
13.06.2006

...
Gott weiß, ich will kein Engel sein
Rammstein, „Engel“


Hi Dad, Hi Mom!

There I’m again!

Ich bin grade wach gerüttelt worden aus einem Traum, wo ich fast mit euch
ins Reine gekommen wäre. Lustig, nicht?

Der Kumpel rief grade in dem Augenblick an, wo ich Dad sage, das ich in
Zukunft vielleicht mit ’nem Kerl nach Hause komme. Während er irgendwas darüber
erzählt, das ich mein Jahr Theorie bald ’rum hätte, und das ich doch bei dem
Architekten mich nützlich machen könne (so mit Hinblick auf die weitere
Karriere und so)…

Ich denke daran, dass ich gelernt habe, zu meinem Wort zu stehen, egal was
ihr von meiner Wahrheit haltet; da ihr mir ja eh nicht glaubt,
egal was ich sage. Zumindstens Mom.
Das es Leute gibt, die mir glauben; das mein Name mit einer (gewissen)
Wahrhaftigkeit verbunden ist.

Ich stehe da, nach dem obligatorischen Streit mit Ihr, räume meine
Kleider in den Schrank,
(als ob ich gerade wieder frisch eingezogen wäre bei euch, wie meist am
Anfang meines Traums)
und rege mich über mich selbst auf, das ich wieder typisch klein beigegeben
habe im Streit mit ihr. Typische Verhaltensrolle, -man kann ihr ja eh nichts
nahe bringen, was ihrem Weltbild und dem Bild von mir widerspricht-, das
versuche ich gar nicht erst und verzweifle still in mich hinein.

Und dann höre ich dich, Dad, versuchst erst sie zu beruhigen, und kommst dann
zu mir. Redest darüber, ob wir den Dachstuhl umbauen sollen, so für mich und
die Zukunft. (In dem Haus, wo wir seit 15 Jahren und mehr nicht mehr wohnen.
Was mir erst jetzt wieder klar wird, wo ich wach bin. Und überall ist
sommerhaftes Sonnenlicht im Flur im 1. Stock unseres Reihenhauses, fast schon
kitschig. Aber irgendwie schön!).

Ich stehe im Türrahmen und denk über Wahrheit und Wahrhaftigkeit und schwule
Männer nach… Soll ich lachen oder weinen über ein Gespräch, was in dieser Welt
nie stattfinden wird? Und das erste Mal in diesen meinen Träumen reden wir
über eine ZUKUNFT, das macht mich total fertig. Wenn wir uns sonst in meinen
Träumen unterhalten, streiten wir (zumindestens Mom und ich ) uns immer, über
das was ist, und das was war, was ich gemacht habe, wie ich euch enttäuscht habe.
Wenn ich dann aufwache, bin ich meist total fertig und zittere am ganzen Körper.


Und du redest über die Zukunft, als ob es irgendwann eine hätte geben können.
Ich musste weg, das weiß ich heute, um zu mir zu finden (Sind manche Wahrheiten
so trivial, so klischeehaft?). Um herauszufinden, ob mein Wort Wahrheit für
jemanden beinhalten kann. Oder ob ich, wie ich damals immer dachte, für alle
Zeiten den Stempel des erkannten Lügners tragen würde. Ob es Menschen geben
könnte, für die ich einen eigenen Wert besitze, einen eigenen Charakter.
Und natürlich ging’s auch immer um das große Spiel:
Wen haben die Eltern lieber, den großen Bruder oder mich?

Dachstuhl ausbauen, Praktikum beim Architekten, euch meine Bisexualität
nahe bringen,… hätte es diese Zukunft irgendwann bei euch gegeben?

Warum gefällt mir diese Idee?
Habe ich so sehr den Eindruck von mir selbst, versagt zu haben?


Verbrochen von Mischa Rottländer
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Datum: 17.03.2007 Betrachtet: 179 mal Besitzer/in: Udo von Krähenfeld

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