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Psycho Luna Konzertreview 19.09.2008 in Köln Drucken E-Mail
Benutzer Bewertung: / 0
SchlechtSehr gut 
Geschrieben von Christian Külkens   
10.10.2008

Es war der 19.09.2008, als „Psycho Luna“ in Köln im Underground aufgetreten sind.
Zuerst waren vielleicht 4 Reihen von Leuten da, was etwas mehr als ein Drittel des Clubs ausfüllte.
Nach dem Hören der CDs hatten es „Psycho Luna“ nicht leicht, meine Erwartungen zu erfüllen, da die CDs vor Energie nur so strotzen.
So begann es mit dem ruhigen, leicht elektronischen Intro „Blätter“, welches textlich den Krieg der Götter predigte. Und was diese Worte für die Show bedeuten, war nicht abzusehen.
Es war nämlich eine Show, intensiv wie ein Krieg und leidenschaftlich wie eine gewonnene Schlacht...

Danach ging es auch gleich los mit dem Lied „Engel“, welches mit ein paar ruhigen Riffs begann und auch gleich musikalisch in ein Punk-Rockiges Lied wandelte und mit einem ruckartigen drums, die in den ruhigen Passagen mit minimalistischer Elektronik garniert wurden. Als dann der erste Gesang ertönte, ging der Krieg auch los, denn von der ersten Sekunde gab der Sänger alles, genau wie alle anderen Bandmitglieder.
Auch wenn das Publikum nicht gleich das Publikum mitzog, die Band ließ sich nicht verunsichern und gab weiter Vollgas mit dem Stück „Neunacht“, das die minimalistischen Elektronikklänge weiter aufgriff und diese mit deutlich härteren Gitarrenriffs verband.
Hierzu setzte der flüsternde bis fast schon schreiende Gesang einen perfekten Kontrast.
Mit „Nackt“ welches erst einmal zu Beginn die Geschwindigkeit drosselte, durch leichte Elektronik klänge und sehr gefühlvollen Gesang glänzte, in dem der Sänger vollkommen aufging. Wobei er unaufhörlich die ganze Bühne ausnutzte und immer weiter Gas gab.
Die Gesamte Band war vollkommen in ihrem Element.
Genauso ging es auch weiter mit „Herrin vom See“, eine mittelschnelle Ballade, die durch den Gesang und die harten und langsamen Riffs glänzte, wobei die sehr dicht gehaltene blauen Beleuchtung wirklich Gänsehaut verbreitete. Im Anschluss kam auch gleich „Nur Getan“, welches auf CD ja sehr ruhig war, aber live auf der Bühne viel härter präsentiert wurde. Durch den Einsatz von einem Tamburin, das der Sänger unaufhörlich im Takt schwang, wirkte alles noch viel treibender, da er durch sein euphorisches Auftreten sowohl die Band, als auch endlich das Publikum zu ein wenig Interaktion anstachelte und es durch ein erweitertes Gitarrensolo wirklich zu einem Höhepunkt  brachte.
Danach folgte „Beltane“, einer metallastigen Ballade, die sich mit den elektronischen Synthesizern zu einem schweren bedrückendem Song entwickelte. Wobei auch hier die Beleuchtung perfekt abgestimmt wurde. Mit „In der Ecke“ feierte auch ein recht neues Stück Einzug in die Playliste, was noch eine Ecke härter daher gekommen ist. Durch den fließenden Wechsel von beginnendem aufschreiendem Gesang, mit fast schon zirkusartigen Synthesizern, die eine einmalige Mischung mit dem harten Arrangement im restlichen Lied bildet und in einem inbrünstigem schreienden Gesang einen Abschluss fand.
Nach dieser Performance setzte sich der Sänger noch mal kurz hin und gab eine Ansprache gegen die Neo-Nazi Demonstration die Tags darauf in Köln stattfinden sollte. (Anm: Welche am Tag darauf auch durch den Bürgermeister untersagt wurde!)
Aber nach dieser nachdenklichen Ansprache war noch nicht das Ende erreicht, ganz im Gegenteil. Die 2 Letzten Stücke übertrafen noch mal alles von dem Konzert. Sodass an diesem Abend, der Demonstration gewidmete „Mörder der Liebe“, welches schon auf der CD als eins der härtesten und schnellsten Stücke galt, wurde live noch mal gesteigert. Ob schreiender, einfühlsamer Gesang in den sanften Passagen oder fast schon an Verzweiflung reichende gesangliche Passagen, die gestützt wurden durch die Bassistin, wie schon in ein paar vorigen Liedern. Doch dieses Mal schien der Sänger über sich hinaus zu gehen und hielt nun auch keine Sekunde mehr bei den Adrenalin gefühlten Riffs inne, die ein wenig punkig, ein wenig rockig, ein wenig industrial-mäßig klangen. Dies war definitiv das vielschichtigste Lied. Doch das Ende verkündete „Rache“, eine Ballade die einen infernalen Abschluss bot und auch nicht eine einfache Adaption des Albumstücks war, sondern auch einige neue musikalische Passagen bot. Die Refrains wurden auch in englisch dargeboten und die Band gab wirklich noch mal alles. Das Publikum war zwar nicht so enthusiastisch wie die Band, aber hat sich sehr wohlwollend die Show angeschaut und die Bar war leergefegt, denn der Show konnte sich keiner entziehen. Vor allem, als der Sänger auch ins Publikum gegangen ist und auch stetig versucht hat, das Publikum ein zu binden. Mit dem letzen Aufschrei endete das Konzert.

Fazit: Ein unglaubliche Live Performance,  die vor Energie und Leidenschaft nur strotze. Obwohl es diese Band schon seit 10 Jahren gibt, noch kein Anzeichen der Müdigkeit oder Langeweile. Exzellente Ton Abmischung, kein Übersteuern, was sonst häufiger mal bei Konzerten passiert. Gut abgestimmte Beleuchtung, viel Interaktion mit dem Publikum, abwechslungsreiche Playliste und einen einmaligen Charme machte dieses Konzert zu etwas wirklich einzigartigem. Da können sich viele alt eingesessenen Bands eine ganze Schreibe abschneiden!
Bei dem ganzen Lob muss es eigentlich auch was Negatives geben. Viel gibt es da aber nicht zu berichten, höchstens dass das Publikum leider nicht so zahlreich vertreten war, wie die Band es verdient hat und doch ziemlich träge war obwohl die Band alles gegeben hat.
Alles in allem eine uneingeschränkte Empfehlung, wenn man ein Konzert nicht nur sehen, sondern auch mal wieder erleben will, mit all der Leidenschaft und dem Gefühl was live ausmacht.




Für die Interessierten die nächsten Daten:
Vor allem das 10 Jahre Konzert in der KuBa in Jülich am 11.10.2008 wird neben dem Konzert am 25.10.2008 im Club Schult (Ottweiler) mit Lacrimas Profundere werden etwas wirklich Besonderes lasst euch überraschen oder lest im Interview Warum!

Weitere Daten:

13.12.2008 Komm, Düren with Down in December, + Support
29.01.2009 Mausefalle, Bonn mit tba
07.02.2009 Alte Brauerei, Annaberg-Buchholz mit The Shanes

Quelle der Konzertdaten: www.psycholuna.de

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