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in mitra medusa inri - without a view of things PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Tina Eiblmaier   
13.06.2006

in mitra medusa inri – without a view of things

(apollyon/alive 2005)


einleitende worte:

mit the view of things haben in mitra medusa inri nun ihr drittes album nach dem "relaunch" der band vorgelegt, wobei ich an dieser stelle gestehen muss, das ich bisher keinen einzigen tonträger der band kannte. aber dafür ich hatte schon einmal das vergnügen die band live zu erleben…und zwar als "vor"-band in der kufa. ich weiß nicht mehr genau welche band danach spielte, aber ich meine es wäre ein crüxshadow-konzert gewesen…(ich bitte um verzeihung wenn das nicht der fall ist, aber ich habe da etwas den überblick verloren… lachend ) das ist hier jedoch unerheblich. wichtig ist das sie eine von insgesamt vier "vor"-bands sind die mir nicht nur namentlich sondern auch bildlich und musikalisch in erinnerung geblieben sind (ich weiß sogar noch, das da in einem song das wort "suicide" ziemlich oft wiederholt wurde….). damals promoteten sie gerade ihre cd dreams. die erste aufnahme als neu-formierte band… doch ich glaube ich sehe schon viele fragezeichen in den gesichtern derer, die dies hier lesen… deshalb erst mal komando zurück, und eine kleine einleitende faktensammlung zum thema: in mitra medusa inri.

historisches:

in mitra medusa inri wurde im jahre 1992 als trio gegründet. zwar konnten die drei herren damals schon recht schnell einen plattendeal an land ziehen, der jedoch erst nach kurzzeitiger auflösung und wiedervereinigung der band genutzt wurde. ergebnis war der erste longplayer "long forgotten world" . hernach kam es zum endgültigen split der band in zwei parteien. zum einen, der damalige sänger volker, der dann noch ein platte alleine unter dem namen in mitra medusa inri einspielte, und zum anderen holger und michael, die zunächst ein neues projekt in angriff nahmen, um dann im jahre 2001 wieder die zu diesem zeitpunkt für tot erklärte und begrabene band "in mitra medusa inri" wieder zu beleben. dies geschah mit der cd dreams, der dann im jahre 2004 das album "darkness between us" folgte. im jahre 2005 des herrn nun veröffentlichten sie nun ihr neues album "without a view of things". womit wir in der gegenwart wären….


das album: without a view of things




was erwartet nun den hörer bei diesem album? welche art der musik? welche schublade passt am besten?
nun alles fragen die gar nicht so einfach bzw. gar nicht beantwortbar sind.
ich selber bin kein freund von kategorien, schubladen, etc. ,und erfreulicherweise entzieht sich dieses album den meisten… natürlich kann man es grob in den bereich darkwave einordnen, aber so ganz passt es nicht. elektronische elemente mixen sich mit indie-gitarren, piano-lines verweben sich sperrig mit syntieklängen. und alles wird durchdrungen von dieser wirklich angenehmen dunklen stimme des sängers.

die songs:

eröffnet wird das album mit dem titeltrack "without a view of things". der track ist für mich der zwiespältigste song des albums. an sich finde ich ihn ziemlich genial… abgesehen von dem gewöhnungsbedürftigen intro. dies besteht aus der gesprochenen deutschen übersetzung des liedtextes. das ist erst mal strange…jedoch entwickelt der song sich dann phänomenal bis zum ende wo dann wieder in deutsch geendet wird…
hernach kommt einer meiner lieblings tracks : "her perfect beauty". perfektion im anschein der dinge, herrliche indie-gitarrenriffs, wave-iger sound, 80er retro-style. herrlich.
diesem folgt mit einem new-order-esken intro "red bursted veins" wenn man nicht mehr kann, nicht mehr will aber es nicht endet, musikalisch mit herrlichen gitarren, die ähnlichkeiten mit clan of xymox aufwerfen, diese jedoch nicht wirklich ausloten sondern dafür zu sehr in popige elektronische verspieltheiten hineinfließen… (mein gott hört sich das abgehoben an… kommt dem sound aber nah… zumindest für mich) definitive einer der tanzbarsten songs des albums.
danach folgt "her eyes are crystal clear" . hmmm. für mich ist dieser song nicht greifbar… finde nicht wirklich einen zugang… vielleicht weil es ein bischen zu poppig ist? irgendwie erinnert er mich an etwas… aber ich kann es nicht wirklich fassen… es flüchtet bevor ich es greifen kann….hmmm….
mit "rejected and forgotten" kommt ein song der wieder sehr 80er daherkommt, mit starken gitarren und sehr düster, schon fast etwas sisters-mäßig, und mich vor allem in der anfangsphase des liedes an 70er/80er sf – filme erinnert wie "logans run", "silent in space" und "das schwarze loch"… warum weiß ich nicht…
dann kommt "timeless space of sadness" ein herrlich melancholisch, wave-elekro-synthie-gitarrig-eingängiges lied (ich weiß, mit diesen wort-konstruckten stoße ich an manche schmerzgrenze…)
hernach folgt "what i think" das textlich nicht allein den liebe/schmerz aspect wiederspiegelt sondern sich der welt als ganzes zuwendet. eingängig, wave-esk mit elektronischen schnörkeln.
das bringt uns zu dem tanzstück an sich "trapped in unhappyness" very elektro futur-poppig, gegensätzlich zum text ist die melodie verspielt, leicht, schon fast fröhliche melodie, very tanzbar und, im vergleich zur ganzen cd, herrlich kurz.
"enjoy the moment" der sterbende moment einer beziehung, in dem man weiterlebend, ewiglich gleich weitergeht, weitergehen muß, auch im vergleich zum inhalt recht fröhlich ich liebe diese wave-indie gitarrenriffs…
dann der harte brocken…."calling it a thing is wrong" das intro mit der mischung von piano und sagen wir mal "sprechgesang" ist gewöhnungsbedürftig und sperrig, und gleitet dann in ein ebenso sperriges songgefüge… gothisches leiden in perfektion…die chaotische ordnung erinnert mich ein wenig an "hammering in my head" von garbage…
"when i´m at home" wieder diese herrlichen treibenden indie-wave gitarren, und ein text der bittersüße hoffnung und melancholie verbreitet…erkenntnis, resignation und gleichzeitig hoffnung…
"wollte meine liebe auf händen tragen" beendet nun den melancholischen liederreigen. und hiermit kredenzen uns in mitra medusa inri etwas wirklich besonderes… das stück als solches ist ein instrumental, jedoch gibt es dazu einen text im booklet, der zu einer kreativen auseinandersetzung mit der musik einläd… das ist doch mal was neues… wobei ich das instrumental wunderschön finde. und der text die gesammte cd sehr gut auf den punkt bringt.

das element was alle songs verbindet ist die liebe… oder eher der moment zwischen liebe-schmerz-melancholie-wut-resignation und angst. die seele die schreit, aber keine stimme hat. all das was nie ausgesprochen werden wird, und somit das ende besiegelt.

"…trotzdem, glücklich mit der liebe bin ich nicht." … wollte meine liebe auf händen tragen

fazit:

aber was ist es nun für ein album?
für pop zu dunkel, für dark wave zu popig, für elektro zu indie, für futur-pop zu un-tanzmäßig…
natürlich gibt es kritik punkte. die songs sind meist recht lang, wiederholen sich intern, manches wirkt zu glatt, der gesang verschwimmt und verschwindet hinter den gitarren, der elektronik und allem.
und ja, vieles kommt einem irgendwie bekannt vor. hier ein bischen cure, da clan of xymox, die sisters, und und und… aber nicht im negativen copy-cat style, sondern die ähnlichkeiten drängen sich vor allem deswegen auf, da der sänger holger meyer ein ähnliches göttlich tiefes timbre hat wie ein andrew eldrige oder ein ronny moorings. und die herrlichen indie-wave-gitarren riffs a la cure finden sich sogar auf den wir sind helden alben…
es ist mehr wie ein modernes good-old-fashioned album, zwar sehr ruhig auf den ersten blick, aber wo man sich gerade deshalb schnell zuhause fühlt, herrlich ganzheitlich in seiner art, wie ich bisher wenige in händen gehalten habe, mit liebe zum detail und ansatz zum nachdenken.
wirklich empfelendswert!


die offizielle homepage von in mitra medusa inri


nachbemerkung:

in den letzten wochen teste ich die cd an den verschiedensten leuten, alle sehr unterschiedlich in charakter, wesen und vor allem in ihren hörgewohnheiten. hier sind drei beispiele:

1.
ein raum, zwei computer, zwei leute die sich unterhalten. der eine schwarzer-szene-partygänger, die andere multicolor-musik-lieb-habende-konzert-und-partygängerin. reden über musik. über eine band. er: was machen die eigentlich für musik?sie: na ja. hm. wie soll ich dir das erklären… elektronisch mit gitarren…wavig…
er (guckt unverständlich) : hä? sie: ist schwer zu erklären, vor allem da du ja nicht so wirklich das musikalische grundwissen hast, um vergleiche ranzuziehen…ich schmeiße die cd mal in den player… kurze pause… musik ertönt… er: was ist das…. ein deutscher text… das ist doch kein gesang… boh… das ist echt nicht mein stil…. ne überhaupt nicht…ne…. an dieser stelle brechen wir ab und spulen die szerie etwas vor… sie betätigte sich am computer und kämpfte mit der richtigen formulierung eines textes, während er seine wäsche von der leine nimmt und im hintergrund besagte cd fröhlich (oder eher melancholisch) weiter rotiert…(szene spielt sich in seiner wohnung ab, da ihr computer wiedermal zickte)
sie grinst immer breiter… warum?… weil er immer wieder beginnt melodien mitzusummen, textzeilen/refrains mitzusingen und zu guter letzt auch noch damit beginnt dezent seine hüften zu schwingen, während er seine zum größtenteil dunkle bekleidung von der leine nimmt… sie: so, so, ist also nicht so deine tasse tee…? hämisches grinsen bei ihr…ha ha erwischt… er: also… hmm… das ist echt nix worauf ich tanzen würde… zum party machen ist das nicht geeignet… aber… hmm … irgendwie hat das was… also für die disse nicht, aber so zum, hmmm…. sie: …zum chillen ??? er: ja, genau. so chill-mäßig…


2.
ein telefongespräch… alltägliche dinge…dann die frage von ihr (mid-thirty-something mit fatalem hang zu phil collins und herbert grönemeyer) : was hörst du eigentlich da für musik.
sie (mulitcolor-etwas aus schon vorheriger geschichte) : ach das ist eine cd, zu der ich gerade an einer rezi arbeite. sie: das hört sich ja echt gut an. wer ist denn das? sie versucht zu erklären… stille… sie : weißt du was ich bringe die cd morgen mal mit dann kannst du ja mit mir mal reinhören… sie: hey das ist ne gute idee, bin da mal gespannt…

3.
ein raum… ein computer… eine nähmaschine… zwei frauen… mutter und tochter… die tochter erzählt geschichte nummer eins… die mutter (fifty-somethig-nearly-sixty mit einer vorliebe für alte schlager, jazz und dunklen frauenstimmen) schmunzelt : kann ich mir bildlich vorstellen… aber was ist das denn jetzt für musik… die tochter (multicolor-twenty-nearly-thirty-something) ja weißt du…versucht zu erklären…scheitert… weißt du was ich spiele es dir vor… die musik beginnt.. die mutter: och, das ist doch angenehm… das gefällt mir… auch endlich mal ne wirklich angenehme stimme. nicht so schrill (sie hasst hohe stimmen!!!) weiß gar nicht was XYZ so schlimm daran fand… die tochter: fand er ja auch nicht, würde er nur nie so ganz zugeben….

.... ich durfte feststellen das viele leute, der unterschiedlichsten art, einen zugang zu der musik finden, und sie sehr schnell mögen...tragisch dabei ist das wohl viele die möglicherweise diese cd mögen oder lieben würden, nie auch nur einen ton davon hören werden, weil solche musik ja nicht im radio, im fernsehn oder in der disko gespielt wird...
echt schade...und sehr dumm... also leute versucht einfach mal reinzuhören, ihr werdet überrascht sein!!!
Letzte Aktualisierung ( 23.10.2006 )
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Datum: 04.06.2005 Betrachtet: 41 mal Besitzer/in: Udo von Krähenfeld

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