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Øthello - Ein vollkommen anderer Weg |
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Geschrieben von Sarah Droska
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03.05.2008 |
Øthello - Ein vollkommen anderer Weg
Für manche sind Øthello kein unbeschriebenes Blatt mehr, aber viele kennen diese Newcomer aus Nordrheinwestfalen noch nicht. Øthello ist eine deutsche Band, die sich dem japanisches Rock untergeordnet haben. Ihre Musik ist allumfassend und spricht nicht nur Liebhaber der japanischen Musik an, sondern auch hartgesottene Rocker und Metaller. Mit ihrer Musik versuchen sie ihre Gefühle auszudrücken und damit viele Menschen zu erreichen, das Krähenfeld nahm sich Øthello in einem Interview mal zur Brust.
Das Krähenfeld: Stellt einmal kurz euch und eure Band vor. Wer macht was bei euch?
chain: Also, iNeko singt und schreibt auch alle Texte; dann haben wir Hiyu an der Leadgitarre und eDge als Rhythmusgitarrist, die beiden sind hauptverantwortlich fürs Songwriting. Ayoka spielt Bass und ich Drums; bei neuen Songs übernehmen wir beide für gewöhnlich das, was eDge uns als Rhythmus vorgibt, und verändern es gegebenenfalls so, wie es für uns am besten klingt und wir es gut spielen können.
Das Krähenfeld: Ist die Band sowie sie jetzt ist komplett?
Øthello: Ja.
Das Krähenfeld: Was stellt ihr euch für eure Zukunft vor?
Ayoka: „Øthello“ ist für mich sehr wichtig, ich hoffe wir machen noch lange gemeinsam Musik!!
Ineko: Vor allem das wir alle noch lange Musik zusammen machen können, die wir unseren jetzigen und zukünftigen Fans bei vielen Auftritten vorführen können… und das das Gefühl in den Songs immer bestehen bleibt. Auf das die Musiksucht nie ein Ende finde! (lacht)
chain: Ich stelle keine großen Ansprüche an den Erfolg der Band, es ist mir vor allem wichtig, weiterhin Spaß an der Musik zu haben, das Zusammensein mit den anderen Bandmitgliedern zu genießen und live eine gute Show zu bieten.
Hiyu: Ehrlich gesagt mach ich mir keine großen Gedanken über die Zukunft. Aber ich hoffe, dass wir uns musikalisch weiterentwickeln, die Leute Spaß an unserer Musik und Liveauftritten haben und wir alle ne gute Zeit miteinander verbringen werden...
eDge: Ich möchte auf jeden Fall viele Shows spielen, gerne auch mal ausserhalb Deutschlands, da ich viele Leute treffen möchte und mich sehr wohl auf der Bühne fühle. Auch wenn dies noch ferne Zukunftsmusik ist und ich keine zu hohen Erwartungen haben sollte, arbeite ich sehr hart für dieses Ziel und bin bereit, sehr viel dafür zu tun. Mir macht jede Minute, die ich mit meinen Bandmitgliedern verbringe, sehr viel Spaß und ich denke, wir versuchen alle, aus jeder Situation, so schwierig sie auch sei, das absolut Beste und Meiste rauszuholen. Was in der Zukunft alles passiert, weiss keiner von uns, aber bislang kann ich absolut behaupten, dass sich jede Mühe mehr als gelohnt hat. (nickt)
Das Krähenfeld: Wie und wo habt ihr euch kennengelernt ?
Hiyu: Hm... war reiner Zufall, ich war auf der Suche nach ner Rock/Metal Band und bin auf iNekos Announce gestoßen, die durch das Genre J-Rock mein Interesse weckte...
Waren damals noch nen Drummer und nen Gitarrist, die aber bald darauf abgesprungen sind, also waren iNeko und ich auf der Suche nach nen paar Musiker. Kurze Zeit später stieß sie dann im Internet auf chain, Ayoka und Shouri... Shou-chan is dann aber bald ausgestiegen, begleitet uns aber immer noch auf unseren Weg (nochmals danke).
Ende des Jahre kam eDge als Gitarrist noch dazu, von da aus waren wir also komplett und konnten richtig loslegen.
chain: Ach, das war eigentlich purer Zufall (lacht). Ayoka, ich und zu dem Zeitpunkt noch Shouri hatten damals schon mehrmals versucht, eine Band auf die Beine zu stellen, was aber immer wieder aus verschiedenen Gründen nicht so geworden ist, wie es sollte.
September letzten Jahres "stolperte" Ayoka dann auf animexx.de, einer Internetplattform für Freunde japanischer (Jugend)kultur, über iNeko, die gemeinsam mit Hiyu auch auf der Suche nach Bandmitgliedern war. Wir haben uns bei unseren ersten Treffen direkt gut verstanden und beschlossen, es einfach mal zusammen zu versuchen.
Nachdem anfängliche Startschwierigkeiten dann größtenteils überwunden waren, haben wir uns auf die Suche nach einem Zweitgitarristen begeben, wodurch dann kurz vor Weihnachten eDge zu uns stieß.
Im Allgemeinen lief das "Kennenlernen" also komplett übers Internet ab.
Das Krähenfeld: Wie ist für euch der Probealltag ? Gibt es bei euch immer nur arbeiten oder auch Proberaumsituationen wie indem berühmten Klischee "Sex, Drugs and Rock´n´Roll" ?
Ayoka: (grinst) ....Wir sind alle sehr engagiert, wenn es um unsere Musik geht, aber natürlich legen wir auch Pausen ein....
Das Krähenfeld: Wer von euch beeinflusst eure Musik am meisten oder beeinflusst jedes Bandmitglied eure Musik ?
Ineko: Jeder von uns beeinflusst unsere Musik, schließlich ist jeder von uns ein Teil des Ganzen. Natürlich gibt’s bei jedem Lied von uns mal hier und da wen, der mehr beeinflusst und andere dann weniger, aber ich würde sagen, wir alle beeinflussen unsere Musik gleichermaßen.
Das Krähenfeld: Wenn ihr einen Plattendeal bekommen könntet, aber ihr vieles dafür
verändern müsstet, würdet ihr das machen ?
eDge: Das kommt drauf an, wie uns diese Veränderungen gefallen würden. Ich empfinde es zwar als wichtig, sich die Meinung von jedem anzuhören und Verbesserungsvorschläge zu überdenken, aber es ist nicht Sinn der Sache, sich gegen den eigenen Willen komplett zu verbiegen, nur damit man den Vorstellungen z.B. eines Plattenlabels gerecht wird. Man muss schon selber zu 100% hinter der Sache stehen. Labels orientieren sich häufig an aktuellen Trends und versuchen, Bands dazu zu bringen, auf diese Züge aufzuspringen, das Ergebnis ist meistens Unzufriedenheit innerhalb der Band und ein sehr kurzlebiger Erfolg.
Das Krähenfeld: Wie kam es zu eurem Bandnamen ?
Ineko: (lacht) Ja, der ist auf meinen Mist gewachsen. Dürfte jedem irgendwo bekannt sein, der Name, von dem Stück von Shakespeare. Dort heißt auch die Hauptperson so, ein Dunkelhäutiger mit ziemlich hohem Rang, was damals sehr ungewöhnlich war, da die Europäer die, die anders aussahen eher als Tiere als wie Menschen behandelt hatten. Und auf dieses anders aussehen wollen wir halt hinaus. Wir sehen für die meisten, die nichts mit unserer Szene zu tun haben, anders aus und werden auch so behandelt… aber wenn wir irgendwann mal hoch hinausgekommen sind, sind wir wie die Hauptperson in Othello.
Das Krähenfeld: Stehen demnächst irgendwelche Auftritte an ? Wenn ja wann und wo ?
Øthello: Ja, durch ein freundliches Angebot haben wir die Möglichkeit bekommen, im Juni auf der Neo Culture Shock aufzutreten. Es handelt sich dabei um ein Festival speziell für Nachwuchsbands aus dem Visual Kei-Bereich, das in der Hamburger Markthalle stattfinden wird. Leider steht das genaue Datum noch nicht hundertprozentig fest, aber über unsere Homepage www.myspace.com/othellovk wird bestimmt bald näheres zu erfahren sein.
Darüber hinaus besteht eine Anfrage von der Visual Culture, einer regelmäßig stattfindenden "Mischung" aus Party und Konzertevent zum Thema J-Rock und Visual Kei . Wir bedanken uns an dieser Stelle auch nochmals bei den Veranstaltern dafür, uns diese Chance zu geben!
Das Krähenfeld: Warum sollten die Leser zu einem eurer Auftritten kommen ? Was wird Ihnen da geboten ?
Ayoka: Party! Bringt gute Laune mit und lasst uns zusammen rocken!!!
Ineko: Was wir bieten, wir bieten uns und wer das verpasst, ist selber Schuld.
eDge: Eine energiegeladene Show und 120% von jedem Bandmitglied. Wir wollen in erster Linie Spaß auf der Bühne haben und möchten das Publikum dran teil haben lassen, da sie genauso Teil der Show sind, wie wir. Wir möchten, dass jeder eine gute Zeit hat.
chain: Auf jeden Fall gute Laune! Wir bemühen uns, die Freude, die wir an unserer Musik haben, auch ans Publikum zu vermitteln und gemeinsam Spaß zu haben.
Ansonsten natürlich eine gute Show und nicht zuletzt interessante Bühnenoutfits (grinst).
Hiyu: Um unsere Musik wirklich zu verstehen muss man uns Live sehen.
Das Krähenfeld: Keiner von euch ist Japaner oder? Wie kamt ihr auf die Idee japanische Musik hier in Deutschland zu machen und wer von euch schreibt eure Lyrics, einer muss ja japanisch dann gelernt haben?
Ineko: (lacht) Naja, Hiyu ist Halbjapaner… Aber ich schreibe die Texte. Ich hab Japanisch gelernt an der VHS in Düsseldorf und bin dann für ein Jahr lang in Japan gewesen und hab danach auch noch gelernt und übersetzt, vor allem irgendwelche Texte von Gazette und Co… Grammatikalisch sind vielleicht hier und da mal ein paar Fehler, aber ich kann von mir behaupten, dass meine Texte verständlich sind für Japaner (lacht) Außerdem hat man bei Lyric ja immer eine gewisse Freiheit, nicht wahr?
Und wie wir auf die Idee gekommen sind hier japanische Musik zu machen, liegt einfach daran, dass wir alle privat auch diese Musik hören… und nur weil wir hier in Deutschland sind, müssen wir ja keine Deutsche Musik machen… wir wollen halt das machen, was wir wollen und hey, mit dem was wir wollen, haben wir jetzt schon ein paar Fans, also lohnt es sich doch.
Das Krähenfeld: Was unterscheidet euch von anderen Rockbands ? Explizit von Cinema Bizarre, deren Vorbilder ja auch dem J-Rock untergeordnet sind ?
eDge: Auf den ersten Blick könnte man durchaus davon ausgehen, dass Cinema Bizarre und wir uns sehr ähnlich sind, da beide Bands enormen Wert auf den Style legen und eben, wie du schon richtig sagtest, Vorbilder aus dem J-Rock Bereich haben.
Aber vergleicht man schon allein Musik und Bühnenshow, könnten die Unterschiede größer nicht sein. CB konzentrieren sich auf einen leicht zugänglichen Synthrock Sound, während wir uns an Punk, Rock und Metal orientieren und einen Mix aus fröhlichen, traurigen, wütenden und harten Songs bieten, also den Zuhörer allein deshalb schon auf die harte Probe stellen. Dazu kommt noch, dass CB sich auf der Bühne sehr glamourös präsentieren und wir großen Wert darauf legen, dass das Publikum tanzt und sich bewegt und auch wir nicht nur starr auf der Bühne stehen. Ich möchte definitiv damit nicht andeuten, dass wir uns als etwas Besseres als CB sehen, denn dafür sind wir einfach zu unterschiedlich und die Band macht ihre Sache meiner Meinung nach sehr gut, aber ich persönlich würde mich so fühlen, den Zuschauern nicht 100% zu geben, wenn ich mich bei einer Show nicht komplett auspower. (schmunzelt)
Desweiteren ist der größte Unterschied wahrscheinlich, dass CB bei einem Majorlabel unter Vertrag sind und über sehr professionelles Equipment, Management und Berater verfügen, während wir keinen einzigen Cent sehen, so gut wie alles selber machen und uns öfter mit technischen Problemen rumschlagen müssen, als uns lieb ist. (grinst)
Das Krähenfeld: Was haltet ihr von solchen Bands wie Cinema Bizarre oder auch Tokio Hotel, die ja auch sagen, dass ihre Vorbilder J-Rocker sind, aber sich dann doch eher dem europäischen Rock unterordnen ?
eDge: Vorbilder können den Sound zwar beeinflussen, aber nicht bestimmen. Wir hören auch sehr viel unterschiedliches an Musik, aber das, was wir im Endeffekt an Songs schreiben, kommt ganz natürlich. Es macht nicht viel Sinn, seine Vorbilder zu kopieren, denn warum sollte man etwas vollbrachtes nochmal schlechter rekonstruieren?
Wir können uns zwar nicht 100%ig mit diesen Bands identifizieren, aber ich für meinen Teil respektiere sie extrem und bin auch der Meinung, dass jedes der Mitglieder genauso für die Musik lebt, wie wir, denn das Musikerleben einer Major-Band kann schon sehr ermüdend sein. Du musst dir vorstellen, dass die Jungs permanent nur unterwegs sind und von einem Pressetermin zum Nächsten huschen und dabei noch Konzerte in Europa und, im Falle Tokio Hotel, jetzt in der ganzen Welt, spielen müssen, was ja auch eine sehr Zeitauftreibende Sache ist. Jemand, der nicht 100%ig dabei ist, würde demnach früher oder später aufgeben, da es zu Zeitintensiv und zu stressig ist. Und wenn man bedenkt, dass sich beide Bands nicht von ganz unten hocharbeiten mussten und der Erfolg sehr schlagartig kam, finde ich beachtenswert, wie die Bandmitglieder damit umgehen.
Damit, dass wir mit diesen Bands permanent verglichen werden, müssen wir leben, aber wir sehen das nicht wirklich als Problem. Warum auch? Wir machen unser Ding und sie machen ihrs.
Das Krähenfeld: Da in Deutschland J-Rock eher eine untergeordnete Musikrichtung ist, wie seht ihr eure Chancen auf dem deutschen Musikmarkt?
Ineko: Wer sagt, dass wir auf den deutschen Musikmarkt wollen?... Nein, aber mal im Ernst, warum sollten wir keine Chance dort haben, nur weil unsere Texte auf japanisch sind und wir etwas auffälliger aussehen? Auf dem deutschen Musikmarkt gibt’s auch spanische, französische und englische Musik und die meisten denken dort auch nicht wirklich über die Texte nach. Wichtig sind nicht die Worte, sondern das Gefühl, was wir mit der Musik übermitteln wollen und das fühlt man, egal welche Sprache man spricht.
Das Krähenfeld: Zum Schluss eure "Famous last Words" an die Leser?
eDge: Sollten wir euer Interesse geweckt haben, dann kommt zu eine unserer Shows und habt Spaß mit uns, wir würden uns sehr freuen! An die Leute, die uns bereits kennen: Vielen Dank, ihr habt keine Ahnung, wie sehr wir eure Unterstützung zu schätzen wissen!
Hiyu: (überleg)...kommt zu unseren Shows und habt Spaß mit uns... und nochmals ein großen Dank an alle die auf unseren bisherigen Shows waren und uns tatkräftig unterstützt haben.
Ineko: Lebt eure Träume und träumt nicht euer Leben, das verwechselt man gerne... wir versuchen unseren Traum zu leben und das Ergebnis könnt ihr bei unseren Shows sehen, also kommt!
chain & Ayoka: (lachen) Wir sind primitiv, aber glücklich!
Falls euer Interesse geweckt wurde, schaut doch mal auf der Website von Øthello vorbei www.myspace.com/othellovk , oder besucht sie auf eines ihrer Konzerte. SD
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Datum: 10.08.2007
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