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The Gatering Interview - KuFa 03.12.2004 |
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Geschrieben von Tina Eiblmaier
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09.06.2006 |
Am 03.12.2004 spielten die holländische Band
„The Gathering“ das vorletztes Konzert ihrer „Sleepy Buildings Tour –
Part Two“ in diesem Rahmen war es in Cooperation mit Fanatic TV
möglich ein Interview mit Frank Boeijen (Keybords und Programierung)
und Marjolein Kooijmann (Bass) zu führen. Auszüge und
Konzertmittschnitte werden auf dem ab Januar erhältlichen DVD-Magazin
von Fanatic TV zu sehen sein.
Hier nun das komplette Interview in deutscher Übersetzung.
Für eine durch und durch korekte Rechtschreibung übernehmen wir keine Garantie...
Tina : Wie würdet ihr euch und eure musik Leuten erklären, die noch nie etwas von euch gehört haben?
Frank: Also, ich denke, das wir
eine Art emotionale, ebenso wie atmospherische, rock orientierte musik
mit weiblichen Gesang machen. Ja , ich denke das ist die wohl passenste
Art der Beschreibung ist, die man machen kann.
Tina: Ihr habt ja schon einige Alben gemacht. insgesammt sieben
Stück, zwei live Alben und eine EP. Dazu habt ihr auch eure eigene
Plattenfirma gegründet: Pschonaut Records. Aktuell gesehen seid ihr ,
mit dem letzten Album für eure alten Plattenfirma Century Media,
unterwegs. Das ist ein Live Album, und es heißt Sleepy Buildings - A
Semi Accustic Evening. Eine Art live Best Of in einem besonderen
Gewand.
Wie kam es dazu, das ihr euch dazu entschieden habt, so etwas zu
machen? Kam die Idee von euch, oder kam diese von eurer alten
Plattenfirma?
Frank: Genaugenommen kam die Idee zu diesem Album von beiden Seiten, also sowohl von der Plattenfirma, als auch von uns selbst.
In der Vergangenheit kamen immer wieder Leute mit der Idee auf uns zu,
wie es denn wäre, wenn wir die Lieder der alten Alben, die noch mit
anderen Sängern aufgenommen worden waren, nun mit Anneke neu spielen
würden. Und wir sagten immer, das das nie das Gleiche sein würde, es
würde immer anders sein, und vielleicht nicht gut genug. Aber dann
hatten wir die Idee, diese Songs akkustisch neu zu arrangieren, mit
neuen Sounds und einer neuen Athmosphere, um sie dann schließlich mit
Annekes Gesang zu kombinieren. Und das funktionierte sehr gut. So wurde
diese Idee geboren.
Tina: Wie habt ihr die Songauswahl getroffen? Habt ihr diese selber
gemacht, oder war es eine Entscheidung der Plattenfirma, oder gar der
Fans?
Frank: Nein, wir haben und
eigentlich die Songs ausgesucht, die wir selber am meisten mögen, und
welche sich dann auch am ehesten in eine semi-akkustische Version
bringen ließen.
Tina: Jetzt sollte man den Leuten die noch nie was von euch gehört
haben sagen, das ihr euch unheimlich entwickelt habt, ursprünglich aus
dem Metal-Lager stammend, habt ihr euch zu einer Band evoluzieniert,
die schon fast soundtrackartige Klangebenen konstruiert.
Den ersten Teil eurer semi-akkustik Tour habt ihr im Frühjahr gemacht
und seid jetzt im zweiten Teil dieser Tour. Jetzt steht ja natürlich
eine große frage zur Disposition. Eure Sängerin, Anneke, ist ja
schwanger...
Frank: Ja...
Tina: Wie sieht es jetzt aus? Macht ihr nach der Tour erst mal eine
Pause, macht ihr ein neues Album? Und es gab im letzten Jahr auch eine
Umbesetzung in der Band, denn Marjolein spielt ja jetzt den Bass...
Marjolein: Ja, Bass. Seit einem Jahr etwa...
Tina: Wie sehen eure Pläne aus? Wie geht es demnächst weiter?
Marjolein: Das ist eine gute
Frage, über die wir auch oft diskutieren. Wir treten noch heute hier
und morgen dann in Brüssel auf, und dannach machen wir ersteinmal eine
lange Pause. Das ist auf jedenfall klar. Wir diskutieren auch schon
über ein neues Album, welches wir Anfang 2006 veröffentlichen wollen,
vielleicht auch etwas früher. Ebenso gibt es Pläne für eine DVD. Aber
2005 werden wir ersteinmal relaxen und über neue Lieder nachdenken, das
ist auch wichtig. Und Anneke wird auch viel zu tun haben...
Tina : Ja genau. Aber die längere Pause heißt nicht zwangsläufig das
ihr euch auf solo-pfade begeben werdet? Ihr wollt schon als Band weiter
machen?
Frank: Ja.
Tina: Das ist ja schön. Dann auch mal eine Frage zum heutigen Abend.
Frank und Marjolein: Ja...
Tina: In wie weit ist die Setliste des heutigen Abends mit der
Zusammenstellung der CD vergleichbar? Auf dem semi-akkustik Album
Sleepy Buildings sind ja leider nur Stücke von den Alben „always“ bis
„if_then_else“. Werdet ihr dennoch auch Stücke vom letzten Studio Album
„souveniers“ spielen?
Frank: Oh, ja. Dieser Teil der
tour wurde zwar mit dem titel „Sleepy Buildings Part Two“ beworben,
aber das ist ein Fehler. Zwar ist es unser aktuellstes Album, aber das
Set, welches wir auf dieser November Tour spielen ist nicht im
geringsten semi-akkustisch.
Marjolein: Nein....
Frank: Natürlich werden wir auch Songs von diesem album spielen,...
Marjolein: yeah
Frank: aber nicht alle von ihm.
Marjolein: Die andern Shows
waren alle vollbestuhlt, damit sich das Publikum besser auf die
semi-akkustische Athomsphere einstellen konnte, aber auf Dauer fordern
die Leute doch schon eher die rockigeren Sachen und nicht nur die
soften Stücke.
Tina: Ja auf Dauer ist es sicherlich ein bischen langweilig.
Marjolein: Yeah, jetz haben wir einen guten Flow in der Show.
Tina: Ihr seid ja jetzt schon eine Weile auf Tour in diesem Jahr.
Wie war das eigentlich, am Anfang mit dem semi-akkustik Set und jetzt
mit der „normalen“ Konzeption? Wie ist das Tourleben so?
Frank: Vielleicht sollte marjolein das beantworten....
Marjolein: ja, für mich war das
alles supertoll! Am Anfang spielten wir in meiner Heimatstadt. Und ich
war soooo nervös. Vor allem weil die semi-akkustik Tour auf Stille
ausgelegt war.
Und in Paris, nur mal als Beispiel, spielten wir in einer großen Halle
mit ungefähr 1500 Zuschauern, die alle so ruhig den Stücken zuhörten,
aber sobald wir die Lieder beendet hatten fanatisch applaudierten und
jubelten... Das war alles sehr schön. Es war eine echt gute Tour. Wir
waren auch in den USA, Mexico und Chile. Alles in allem eine schöne und
gute Erfahrung.
Tina: Beindruckend...
Marjolein: Ja, genau. Es war
auch sehr lustig, weil in Amerika z.b. war das alles nicht so groß,
aber dann, zwei Tage später spielten wir in Mexico, und die Leute sind
da total aufgerasstet... Vielleicht hat Frank auch noch was dazu zu
sagen....
Frank: Ja, danach machten wir
dann die Europa-Tour, in dessen Rahmen wir auch ungefähr 30ig Mal in
Holland spielten. Die Festivals jetzt eingerechtnet. Es war einfach ein
großartiges Jahr. Wir haben insgesammt etwa 77 Shows gespielt, was
wirklich nicht schlecht ist. Wir hatten jede menge Spaß in diesem Jahr.
Es war eine sehr gute Erfahrung. Aber es ist auch gut, das es jetzt
einem Ende zugeht, weil man doch schon ganz schön müde wird, auf dauer.
Außerdem wollen wir auch noch neue Songs schreiben für das neue Album
im nächsten Jahr, und all solche Sachen.
Tina: Ihr habt ja auch euer eigenes Label gegründet: Psychonaut
Records. Aber bisher seid ihr noch euer einziger Act. Denkt ihr darüber
nach auch noch andere Bands zu signen? Oder ist das jetzt eher der weg
über den ihr euch verwirklichen könnt, ohne das euch irgendwelche
„Anzugträger“ euch sagen, wie eure musik zu klingen hat. Was ist da,
eigentlich euer plan?
Frank: Natürlich ist es noch ein
sehr kleines Label, und wir haben kein Geld für größere Promotion
Kampangen mit Radio Stationen, TV Sendungen, großen Magazinen oder
Internet-Zines. Natürlich machen wir diese auch, aber stark limitiert.
Und bisher haben wir auch nur eine band, „The Gathering“, in der ich
auch selbst spiele.
Es ist schon eine Doppelbelastung, ein Doppelleben, was man lebt, mit
der Plattenfirma auf der einen, und der Band auf der anderen Seite. Und
„The Gathering“ ist schon eine sehr große Band für so ein kleines
Label, und so brauchen wir unsere ganze Energie, und unser ganzes
Geld um die Band am laufen zu halten, wie sie auch in der Vergangenheit gelaufen ist.
Natürlich wäre es schön, noch mehr Bands wie „The Gathering“ auf dem
Label zu haben, aber wir haben einfach nicht die Zeit und das Geld
dafür. So.....
Tina: Also: „we will see waht we will see....“
Frank: Vielleicht in der weiteren Zukunft. Man weis ja nie, was alles noch passiert.
Marjolein: Yeah, wir gewinnen im Lotto.
Frank: Ja, exact. Wir gewinnen im Lotto.
Tina: Wer wünscht sich das nicht....
Ist es nicht hart bei dieser Doppelbelastung kreative zu bleiben? Künstler zu sein und Inspiration zu bekommen?
Frank: Manchmal ist es hart,
aber es ist wie.... Eine Art Begabung damit Umzugehen, mit dem
Finanziellen und der Künstlerischen zur gleichen Zeit, und was man
damit alles tun kann.
Tina: Wie ein Jongleur?
Frank: Ja, es ist schon alles sehr interssant. Aber man fragt sich schon oft, wo es denn hingeht. Es ist schon schwierig, ja.
Tina: Was inspiriet euch denn? Der kreative Prozess ist bei „The
Gathering“ ja, soweit man das beobachten kann, ein Band Prozess. Indem
jeder seinen kreativen Input gibt. Ist es nicht sehr hart auf diese
Weise zu arbeiten? Bekommt man sich nicht schnell in die Wolle, wenn
der eine in die Richtung, der andere aber in eine andere Richtung
möchte?
Marjolein: Das passiert meistens
im Probenraum. Frank und René haben oft viele Ideen, denke ich, Hans
und ich versuchen einfach einen guten Groove zu finden, und Anneke
versucht gute Melodien und...
Frank: ...Texte...
Marjolein: Ja Texte, zu finden,
aber es ist schon, wie du sagst, das der eine in diese Richtung möchte,
und ein anderer sagt neeeiiinn wir müssen in die komplett andere
Richtung gehen. Das ist dann der Punkt an dem man mit den Drumsticks
oder andern Dingen werfen möchte, natürlich aber alles nur im Spaß....
Frank : Ja, das ist aber auch
die Art wie es funktioniert. Es muß nicht einfach sein. Ich denke das
gute Kunst, Filme, Bücher und Musik nicht einfach instant-mäßig
entstehen. Man muß hart für sie arbeiten und für ein gutes Ergebnis
kämpfen. Daran ist nichts falsch, denke ich. Natürlich ist es manchmal
sehr ermüdend. Das stimmt.
Tina: Vor ein paar Jahren konnte ich auf einem Konzert erleben, das
ihr auch exotische Instrumente (zb. ein Theremin) einsetzt. Was ich
sehr beeindruckend fand, da ich bisher das (Theremin) auch sonst wo
noch nie im live-einsatzt gesehen habe. Plant ihr das in Zukunft noch
auszubauen?
Frank: Ja, also ich bin schon
sehr interressiert an dieser art von instrumenten. Aber wenn man sich
so umsieht, landet man dann oft im World-Music sektor, das kann dann
schon sehr interressant sein, aber es wurde auch schon oft gemacht. Es
gibt auch jede Menge seltsame elektronische Instrumente. Und für die
Interressieren wir uns schon sehr.
Tina: Mögt ihr es eigentlich kategoriesiert zu werden? Oder sagt ihr
mehr, wir sind „The Gathering“, für uns gibt es keine Kategorie, wir
möchten eigentlich nicht kategoriesiert werden. Stört es euch wenn man
euch ein bestimmtes Label aufdrücken will?
Marjolein: Meistens werden wir
sehr falsch kategoriesiert. Oft sieht man solche Beschreibungen wie:
Trip Rock oder Progressive Metall...
Und dann denken wir uns einfach nur: Ach Leute, kommt schon....
Aber für die meisten Leute ist es einfach, zu sagen, das ist jetzt
dieser Stil. So funktioniert das halt. Aber wenn man alles
kategoriesieren möchte, ist es schon schwer für “The Gathering“ eine
Schublade zu finden.... vielleicht Heavy Metal orientierte Songs....
Frank: Natürlich haben wir diese
Metall Wurzeln, aber das ist jetzt schon Jahre her. Wahrscheinlich hat
das alles mit dem Namen zu tun, der ja noch immer der Selbe ist. Die
Leute erinnern sich halt an den Namen und haben dann automatisch diesen
Link zu dieser älteren musikalischen Athmosphere... Aber es wird schon
besser für uns. Die Leute werden immer aufgeschlossener....
Tina: Ihr seit ja in Holland schon recht bekannt. Und auch in
Deutschland habt ihr eine große Fan-Base. Jedoch seit ihr
Chart-Technisch nicht wirklich relevant. Ist das etwas, ihr jedoch
anstrebt? Möchtet ihr irgendwann Chart relevant sein?
Frank: Ich denke eher nicht.
Unser Ziel ist es nicht im mindesten die Charts zu erreichen. Natürlich
gab es in der Vergangenheit Leute, die uns in diese Richtung drängen
wollten, die sagten das wir in die Charts einsteigen müssten, und mehr
Kommerzielle Singels machen sollten. Aber damit haben wir nichts mehr
zu tun. Ich glaube nicht mehr daran. Wir sind einfach nicht diese Art
von Band. We wollen einfach nur gute Lieder machen, und es ist sehr
schön das es Leute gibt die diese kaufen wollen. Wenn diese dann in die
Charts gehen ist das auch schön, aber ich werde keine Songs mehr
schreiben aus dem Grund heraus, das sie in die Charts einsteigen. So
denke ich darüber.
Marjolein: Das ist gut! Meiner Meinung nach ist eh nur Müll in den Charts. Ich mag das alles nicht.
Tina: Ja dann würde ich einfach sagen, Dankeschön für dieses
Interview und noch viel Erfolg für die Show heute abend und noch viel
Erfolg weiterhin.
Die Homepage der Plattenfirma: Psychonaut Records
Die Offizielle Bandhomepage: Sand and Mercury
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Letzte Aktualisierung ( 17.07.2006 )
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