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Amphi Festival 01.07.05 PDF Drucken E-Mail
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09.06.2006
Hallo Ihr Lieben,

hier folgt kein Bericht über das Amphi Festival an sich, denn ich muss gestehen, dass ich nur für 2 Band aufgeschlagen bin und dies auch nur am Freitag Abend.

Nach unserer Ankunft in Gelsenkirchen hatten wir leider schon Pech mit dem Parkplätzen, denn der offizielle Parkplatz war bereits belegt.
Mir blieb also nichts anderes übrig, als mein Auto in einer Wohngegend in der Nähe ab zu stellen. „Hoffentlich ist das keine Fehler“ war mein erster Gedanke, als ich die Handbremse zog und uns eine handvoll Einwohner der Gegend schräg betrachteten. „Was soll´s, schnell weg hier und ab zum Festival“.
Also schwangen wir uns mit einem breiten Lächeln auf den Lippen aus dem Auto und schlenderten gemütlich Richtung Rhein-Herne-Kanal.
Aber es sollte nicht unser einzigen Starterlebnis sein, denn beim Vorbeigehen an einer verschreckten Kinderschar, die sich plötzlich in Reih und Glied aufgestellt hatten, sollten wir doch tatsächlich auf die Kinderfrage antworten, ob wir Penner seien!?
Ich fing direkt an zu lachen und gab die Frage an diese niedlichen kleinen Monster zurück, ob sie sich nicht geirrt hätten und ob nicht sie die Penner seien. Dies verneinten sie natürlich und gaben dann auch auf eine Antwort auf diese Frage zu erhalten. Laut Lachend gingen wir weiter und mein Schatz konnte sich den Kommentar nicht verkneifen, dass wahrscheinlich die Eltern der Kinder (sicherlich die, die gerade mein Auto umschweifen) zu Hause am Essenstisch laut sagten „Morgen ist dat doofe Festival nebenan, da kommen wieder all die Penner!“

So sind wir bestärkt in unserem Ego, laut lachend eingetroffen und auf wirklich angenehme Menschen getroffen. Reine Harmonie , Ruhe und Ausgeglichenheit kam uns entgegen. Sehr angenehm.

Nachdem wir uns etwas zu trinken organisiert hatten, ging es weiter zum Amphie Theater. Tolle Atmosphäre kann ich da nur sagen.
Das Theater grenzt direkt am Rhein-Herne-Kanal und die Bühne ist am Ufer aufgebaut worden. Eine wunderbare Aussicht, der Blick auf die Bühne und im Hintergrund schippern kleine Bötchen vorbei. Hat doch was!

„Ziemlich leer hier“, war mein zweiter Gedanke. Tatsache! Wo waren denn die Massen an Besuchern. Hatten sie sich alle verkrochen, scheinbar mochten nicht so viele die gerade spielenden „Unheiligen“ oder was, ich fand die schon recht angenehm zu hören und der Sänger gab auch sein Bestes das Puplikum mit zu reißen. Na, vielleicht kommen ja noch welchen. Die linke Tribüne was fast leer. Nur ein paar vereinzelte Köpfe hier und da.

Doch ich wurde aus meinen Gedanken gerissen!

Da waren sie endlich..
GOETHES ERBEN. .Ein Genuss!
Oswald Henke baute sofort eine anziehende Aura auf. Seine Worte kamen wie schönste Poesie über seine Lippen und ließen Gänsehaut über meine Rücken laufen. Die Bühne war mit mehreren Kerzenleuchtern bestückt, die in der Abenddämmerung mit einem sinnlichen Schein umgaben waren. Oswald verteilte an alle Kerzen und Schritt für Schritt erstrahlte vor der Bühne ein Meer aus kleinen Lichtern. Und im Schein der Kerzen war zu erkennen, wie die Zuhörer mit der Musik mitgingen.

Dunkelheit trat ein, als Goethes Erben, nach viel zu kurzer Zeit von der Bühne gingen. Dunkelheit und Erwartung auf das anstehende, unbeschreibliche Lichtensspektakel der.
Projekt Pitchfork. .Und siehe da.....
Die Lichter gingen an, die Musik schallte laut durch das Theater, die Menschen tobten und plötzlich kamen von allen Seiten, wie kleine schwarze Ameisen, Massen an Menschen über die Treppen des Theaters in den Bühnenvorraum, die Reihen füllten sich und kein heller Fleck war mehr zu sehen. Nur doch Menschen die gleichzeitig im Takt mit der Musik gingen, wie Götter in Schwarz, Projekt Pitchfork! Ich kann schon gar nicht mehr sagen, welche Lieder überhaupt gespielt worden sind, denn ich befand mich so tief im Sog des Lichts und Musik, dass alles weltliche in Vergessenheit geriet. Ein Traum, wie ein Traum vom Fliegen....

Und leider auch irgendwann wieder vorbei. Die Massen streuten aus. Die Einen in Ihre Zelte und die anderen, wie wir auch, zu unseren Vehikels, welches noch heile da stand und uns wieder nach Krefeld brachte.

Super dass ich da war, Ihr vielleicht auch?! Aber vielleicht genießen wir beim nächsten Mal gemeinsam die Musik.


Matilda
Letzte Aktualisierung ( 17.07.2006 )
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