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IN VIRO im Campus Kempen am 19.11.05 PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Tina Eiblmaier   
09.06.2006

„IN VIRO“

im Campus Kempen am 19.11.05


Persönliches Vorwort:

Manchmal geschehen doch tatsächlich noch Dinge die mich wirklich überraschen…
So geschehen am in Kempen. Denn die Tatsache alleine das eine „schwarze“ Band in Kempen spielt, und dann auch noch im Campus (einen Ort den ich in der Zeit in der ich noch in dem Örtchen wohnte gemieden hatte), brachte mich schon fast aus dem Gleichgewicht! Als gebürtige Kempenerin sind mir die Verhältnisse in diesem extrem konservativen kleinbürgerlichen Städtchen nicht unbekannt. Nichts gegen Kempen, ich mag den Ort, aber die Vorstellung von Konzerten von Bands die nicht „arty“ oder „kiffig“ sind, ging nicht wirklich in meinen Kopf hinein…


Intro:



Dennoch bewegte ich mich gegen 21 Uhr dann in Richtung Campus. IN VIRO sollten um 22 Uhr auftreten. Zuvor war noch ein Interview mit der Band geplant. Am Eingang des Campus wurde ich dann auch direkt von Dante Frost (Vocals &Gittarre) und Tony Owens (Gitarre & Vocals) abgefangen und in den „Backstage“- bereich gelotst. Dort wurde durfte ich dann auch den Rest der Band kennen lernen, Marion Wollwage (Bass & Vocals) und Jan Rehse (Drums & Vocals). Dort führten wir auch das Interview, welches ihr Hier nachlesen könnt.
Alsbald musste sich die Band dann aber an die Vorbereitung ihres Auftrittes machen (Instrumente nachstimmen etc.).

So verzog ich mich in den „Konzertsaal“, und war erst mal wahrlich erstaunt darüber, dass es so etwas in Kempen gibt. Obwohl das wohl eine Mehrzweckhalle ist und im Campus für alles Mögliche benutzt wird. Auf der Bühne war zu dem Zeitpunkt eine Band deren Namen ich in meinen Notizen nicht mehr lesen kann (Kampfranch???). Zwei Stühle, zwei Jungs, zwei Gittaren, einige Gläser Bier, Unmengen an Zigaretten und Lieder und Gedanken in deutscher Sprache über das Leben an sich und überhaupt… very arty, very kopflastig, very kempen! So etwas war zu meinen Gymie-zeiten der Grund warum ich das KuBa und den Campus etc. gemieden habe…

Nichts gegen die Zwei und ihre Musik. Ihre Performance war gar nicht so schlecht und das Publikum war hin und weg (Kempen halt…oder war es vielmehr der mitgebrachte Fanclub???). Aber das ist halt nicht ganz meine Tasse Tee…sorry.
Jedoch konnte man aber schon während ihrem Auftritt merken, dass der Sound nicht der Beste in der Halle war.

So wartete ich halt, und harrte der Dinge, die da noch kommen sollten.


IN VIRO live:



Dann war es so weit, IN VIRO betraten die Bühne und legten mit vollem Elan los.
Durch den Bass und das Schlagzeug angetrieben entwickelten sich die ersten Songs schnell und setzte sich im Gehörgang fest. Leider war der Sound in der Halle jetzt noch mieser als zuvor. So konnte man die Gitarren nur schlecht und schon gar nicht differenziert wahrnehmen und der Gesang war vor allem zu Beginn fast unhörbar.
Das besserte sich jedoch mit der Zeit, so das man ein faszinierendes Wechselspiel zwischen growl-artigem Gesang und sonoren clean Vocals, so als würde man Type O mit Paradise Lost kreuzen und noch die Chemikalie X hinzufügen!

Davon sollten die Musiker selber aber wenig mitbekommen, denn später sollte ich von der Band erfahren, dass der Sound auf der Bühne während des ganzen Gigs noch schlechter war. Durch die Bauweise der Halle und die sich dadurch ergebene Akustik, war es den Musikern gar nicht möglich sich selbst über die Monitorboxen zu hören…so das sie förmlich „blind“ spielen mussten.

Das hielt sie jedoch nicht davon ab weiter zu musizieren, und das mit wahrlicher Begeisterung! Im Gegensatz zum Kempener Publikum, welches vielleicht ein bisschen überfordert war (oder einfach müde?). Jedenfalls regte sich nichts im Publikum, abgesehen von einer fanatischen Tänzerin und den Darmstädter Jungs, deren Auftritt ich verpasst hatte da sie vor dem Duo gespielt hatten. Jedenfalls beherrschten die Darmstädter (Name der Band kann ich auch nicht mehr entziffern, sorry Jungs!) die große Kunst des Headbangen-mit-Bierglas-und-Zigarette-ohne-was-zu-verschütten-oder-jemand-anzukokeln! Respekt!

Der Sänger Dante Frost versuchte trotz allem tapfer die Anwesenden stetig zu motivieren, den Funken zu wecken, oder sie gar zum tanzen zu bewegen…
Der Erfolg war gering… Kempen ist halt doch zu tot…
Mir kam es einwenig so vor, als würde man Perlen vor die Säue werfen. Denn die Musikalische Qualität war trotz der Soundprobleme unüberhörbar. Die Band wirkte überzeugend sicher, routiniert und konzentriert, ohne dabei zu verkrampfen. Im Gegenteil, sie schienen vor Spielfreude zu platzen und das gemeinsame Ganze sehr zu genießen.

Wie gesagt wenn man vom miesen Sound absieht, für den IN VIRO ja nicht verantwortlich waren, konnten sie durchaus mit ihrer Musik überzeugen.
Die Melange aus Metal Anleihen, akzentuierten Samples, oldschool Goth-Rock, Industrial, einem individuellen Funken des Besonderen und einer echt guten Gesangsstimme wirkt begeisternd. Vor allem „Melt“ und „Deep Below“ hatten es mir angetan (genauso wie der „Grufti“ Aufkleber auf einer der Gitarren lachend )


Fazit:



Alles in Allem haben sie mich, trotz Soundproblemen und einem lahmen (Kempener) Publikum durchaus überzeugen können!
Diese Spielfreude, die Professionalität und diese Musikmischung aus Type O Negative, Paradise Lost, Rammstein, Sisters of Mercy, Oomph!, Moonspell und diesem besonderen eigenen Funken X macht Lust auf mehr!
Hinzukommt das die Band als ganzes unheimlich sympathisch ist.
Und so kann ich allen nur raten, soweit die Möglichkeit besteht, ein Konzert von IN VIRO zu besuchen.


Setlist:



Intro
Velvet Cage
Bleed
Flesh & Blood
Recall
One
Melt
Leonor
King Of The Broken
Deep Below

Zugabe: Kreuzzug
Letzte Aktualisierung ( 23.10.2006 )
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