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Leaves' Eyes - Weltpremiere |
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Geschrieben von Tina Eiblmaier
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09.06.2006 |
Leaves´ Eyes – `Weltpremiere´ auf dem WGT 2004
Vorgeschichte
Vor einigen Monaten war in den verschieden Musik-Magazinen dunkler
Couleur in den News Bereichen davon zu lesen, das sich die Band Theatre
of Tragedy von ihrer Sängerin Liv Kristin Espanaes Krull aufgrund von
`Künstlerischen Differenzen´ getrennt habe und nun ohne sie fortfahren
würde. Das war wahrscheinlich eine große Überraschung für viele, selbst
für die Betroffene, die bekannt gab, dass sie davon nur aus dem
Internet erfahren hatte und noch nicht einmal persönlich oder
telephonisch von der Band informiert wurde. Schließlich standen Theatre
of Tragedy kurz vor ihrem 10 jährigen Band Jubiläum, und eigentlich
deutet nach außen hin nichts darauf hin, das der Haussegen schief
hängen würde.
Traurig war dies alles schon, da Theatre of Tragedy mit die ersten
waren, die konsequent und auch erfolgreich Gothic Metall mit einer
weiblichen Gesangsstimme veredelten, und so viele andere Bands, wie
auch zum Beispiel Nightwish ( nach Angaben des Gründers Tuomas
Holopainen), maßgeblich inspirierten und ihnen den Weg ebneten.
Aber vorbei ist vorbei, und ein ständiges betrauern der Vergangenheit
ist nicht sonderlich Konstruktiv. Dies dachte sich dann wohl auch Liv
Kristin, die bekannt gab, das sie zusammen mit den Musikern der Band
Atrocity schon an der Arbeit zu einem neuen Projekt befinde, welches
den Namen Leaves´ Eyes tragen solle.
Soweit so gut. Schon bald wurde dann das Erscheinen des Debüt Album
`Lovelorn´ für den späten Mai angekündigt. Im Vorfeld zur
Veröffentlichung konnte man in den gängigen Musik-Magazinen Interviews
mit Liv Kristin lesen, die wunderschön gestaltet Anzeigen Kampagne
bewundern, die CD Kritiken studieren und auf einigen Magazin-Samplern
war einer der Songs vom Debüt hören bzw. sogar das Video zur
Singleauskopplung `Into your light´ zu bestaunen .
All das heizte die Neugier wahrlich an. Und so war ich auch äußerst
davon angetan, als ich in meinem WGT Konzertplan entdecken durfte das
Leaves´ Eyes ihre `Weltpremiere´, das heißt ihr erstes offizielles
Konzert auf dem WGT geben würden!
Das Konzert
So begab ich mich nun am Freitagabend in die Agra um meine Neugier zu
stillen. Ich für meine Person schätzte die Musik von Theatre of
Tragedy, selbst die stilistisch etwas anderen Alben `Musique´ und
`Assembly´, obwohl ich leider nie die Möglichkeit hatte sie live zu
bewundern. Ebenso hat mir auch das Solo-Album von Liv Kristin gefallen,
dessen live Umsetzung ich auf dem 8. WGT 1999 bewundern durfte. Jedoch
muss ich zu meiner Schande gestehen das ich über die übrigen Musiker
recht wenig wusste bzw. sagen kann, da ich mich mit dem Musikalischen
Werk von Atrocity bisher nicht wirklich auseinander gesetzt habe. Aber
ich gelobe Besserung.
Wie dem nun sei, so betrat ich nun die Agra und war erst einmal
überrascht sie schon gut mit Besuchern gefüllt vorzufinden. Anscheinend
war nicht nur ich neugierig…. Was ja eigentlich auch zu erwarten war,
schließlich und letztlich sind sowohl Theater of Tragedy, Liv Kristin
und Atrocity vielen ein Begriff und ebenso vielen auch lieb und teuer.
Die Stimmungen des Publikums reichten von erwartungsvoller Spannung,
über Neugier bis hin zu misstrauischer Erwartung. Schließlich war das
Debüt Album erst kurz vor dem WGT erschienen, und die meisten hatten
entweder noch nicht die Möglichkeit, das Geld oder die Zeit gehabt sich
in das neue Material reinzuhören. (Auch bei dem Plattendealer meines
Vertrauens war das Album erst nach dem WGT erhältlich).So kannten die
meisten maximal zwei Songs, nämlich `Norwegian Lovesong´ und `Into your
light´.
Dann war es endlich so weit. Leaves´ Eyes betraten die Bühne. Zumindest
der größte Teil der Band. Eine Person vermisste man beim Erscheinen.
Alex Krull. Der Ehemann von Liv Kristin und Sänger und Chef der Mannen
von Atrocity fehlte. Obwohl man durch Interviews und die Rezensionen zu
`Lovelorn´ die Information hatte, das auch er ein Teil von Leaves´ Eyes
sei, und sich vor allem auch stimmlich an den Songs beteiligt hatte.
Doch dieses Rätsel löste sich von selbst, doch dazu später mehr.
So begannen Leaves´ Eyes ihren Auftritt erst mal ohne Alex Krull, und
zwar mit dem schon oben erwähnten `Norwegian Lovesong´ einem echten
Ohrwurm, der auch zugleich der Opener des Debüts ´Lovelorn´ ist. Dessen
Live-Umsetzung qualitativ überzeugte. Die Band rockte routiniert und
soweit man das als Zuschauer beurteilen kann mit Spielfreude und
Hingabe. Liv Kristines Stimme überzeugte ebenso wie ihre Performance.
Waren zu Beginn vielleicht noch leichte Anzeichen von Nervosität bei
ihr zu bemerken so wandelte es sich mit der Zeit in eine Konzentrierte
Hingabe an die Musik und `Sangesfreude´.
Ebenso angenehm überrascht war ich durch die Akustik in der Agra, die
ich von vorherigen Besuchen als einfach schlecht in Erinnerung hatte,
und die wir in den kommenden Tagen wiederum auch als schlecht erleben
sollten. Warum der Sound bei Leaves´ Eyes dennoch gut war kann ich
nicht sagen…. Vielleicht waren die Tontechniker an dem Abend besser
drauf?
Auf `Norwegian Lovesong´ folgte `Tale of the Sea Maid´ und danach dann
das erste Duett `Ocean´s way´. Bei dessen Ankündigung Liv Kristin mit
einem Lächeln das Publium fragte „ Na , kennt ihr Den?“ , und Alex
Krull die Bühne betrat, welcher sofort mit begeistertem Applaus begrüßt
wurde. Was dann auch zeigte das viele Fans von Atrocity anwesend waren.
Waren sowohl `Norwegian Lovesong´ als auch `Tale of the Sea Maid´ vom
Publikum mit einer gewissen freundlichen Distanziertheit aufgenommen
worden, so rockte nun bei `Ocean´s Way´ das Haus. Was wahrscheinlich
mit dem Herrn Krull zu tun hat, der in seinem Bühnenauftritt eine wahre
`Rocksau´ ist.
Danach wurde es wieder ruhiger mit dem Titeltrack `Lovelorn´, einer
wunderschönen Ballade. Dieser folgte das Rockige `The Dream´ wieder
unterstützt von Alex Krull. Herauf kam `Secret´ und die zweite Ballade
`For Amelie´. Danach folgte der dritte Gemeinschaftliche Sangespart des
Ehepaars Krull mit dem Stück `Temptaition´ wohl dem Metall-Kracher des
Debüts. Wieder kochte die Halle, angeheizt durch die gemeinschaftliche
Spielfreude der gesamten Band. Danach verabschiedeten sich die
sympathischen Sechs, nur um nach den unumgänglichen `Zugabe´-Rufen die
Bühne erneut zu betreten und zwei Zugaben zu spielen.
Zuerst spielten sie die erste Singelauskopplung `Into your light´ zu
dem ja sogar auch ein Video existiert, welches inzwischen sogar schon
im Programm der Musiksender gesichtet wurde. Hernach beendeten sie das
Set ihrer Weltpremiere mit dem Stück `Return to Life´.
An Applaus wurde dann auch von Seiten des Publikums nicht gespart.
Fazit:
Zwar wollte der Funke zwischen Band und Puplikum nicht von Anfang an
sofort überspringen, jedoch erwärmte sich das Publikum sich zusehends
im Laufe des Konzerts.
Die Band spielte zwar routiniert, jedoch ist dies hier nicht als
Vorwurf zu sehen, da es sich ja trotz Debüt um alte Hasen des
Musikgeschäftes handelt, aber sie überzeugte durchweg durch die
unübersehbare Freude an der eigenen Musik.
Liv Kristins Stimmliche Leistung war einfach nur gut. Zwar wirkte sie
zu Beginn des Auftritts etwas nervös bis unterkühlt, jedoch spürte man
mit der Zeit ihre Liebe zu den neuen Songs und so verflüchtigte sich
schnell das Bild der unterkühlten blonden Norwegerin, das dann dem
einer begeisterten enthusiastischen Sängerin wich.
Ich persönlich hätte mir ein wenig mehr Kommunikation mit dem Publikum
gewünscht, jedoch kann es ja sein, das sie darauf zu Gunsten der
Spielzeit verzichtete, da man ja schließlich in dem engen Rahmen eines
Festival auftrat, und , so nehme ich an, die gegebene Zeit nutzten
wollte, um die Musik für sich selbst sprechen zu lassen.
Dieser Eindruck verfestigte sich als ich feststellte das die Setlist
der Tracklist des Debüts `Lovelorn´ folgte. Ich nehme an, dass dies in
der Absicht geschah, dem Faden der Erzählung des Albums, welchem ein
übergeordnetes Konzept zugrunde liegt, zu folgen.
Zu Alex Krullder sich solange er durch seinen Gesang nicht involviert
war eher im Hintergrund hielt, kann man nur eines sagen: Rocksau!!!
Schlicht und einfach gut!
Alles im allem war dies ein gelungener Auftritt einer sympathischen
Band, die einen in der Hoffnung zurücklässt dass es sich wahrlich um
eine Band handelt und nicht nur um ein Projekt, dessen Halbwertzeit
nicht länger ist als die Dauer eines Albums.
Bitte mehr davon!
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