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Der Prinz PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Tina Eiblmaier   
14.06.2006

Der Prinz



gewickelt
getätschelt
unfähig im ich


Ein ganzes Jahr war nun vergangen, seitdem seine Mutter gestorben war. Nun stand der Gerichtsvollzieher vor dem kleinen Haus, das Seine Eltern durch so vieles und mühevolles erspart und erbaut hatten. Ihr ganzer Stolz, wie auch ihr Sohn, ihr Stolz und ihre Freude gewesen war. Ihr Augenstern. Ihr kleiner Prinz. Er hatte ein hervorragendes Abitur errungen, ebenso wie seine Ausbildung und sein späterer Beruflicher Werdegang ganz ohne Makel und mit Auszeichnungen überhäuft gewesen waren. So stolz waren sie auf ihn. Warum hätte der Kleine dann auch ausziehen sollen als er alt genug dazu war. Sein Kinderzimmer war doch seine Welt. Sie waren doch eine Familie .Und Mamma und Papa konnten doch alles richten. Und als Papa vor Jahren schon starb konnte seine Mutter doch froh darüber sein, das ihr Sohn ihr den Mann im Hause ersetzte. Doch dann war auch sie gestorben. Alle hatten dem angesehen Direktor ihr Bedauern bekundet. Man wußte ja, dass er sehr an seinen Eltern, vor allem an seiner Mutter gehangen hatte. Doch er war weiterhin seiner Arbeit nachgegangen, tadellos wie immer, schon fast überkorekt und penibel.
Und nun stand ein Gerichtsvollzieher vor der Tür. Niemand konnte das verstehen. Er hatte doch so viel Geld. Und dazu noch das Erbe... Unverständlich. Aber nach dem Tod der Mutter war keine Rechnung mehr bezahlt worden. Keine einzige. Auch verfiel der Garten zusehends, aber das lag wahrscheinlich auch nur daran das er als so ein beschäftigter Geschäftsmann einfach keine Zeit hatte. Und das mit den Ratten waren bestimmt nur Gerüchte...
Aber dieser Gerichtsvollzieher war kein Gerücht. Er war wirklich da. Sogar mit zwei Polizisten, weil auf die Mahnungen sich keiner gemeldet hatte und ihm halt nie geöffnet worden war. So würden sie sich heute selber helfen. Sie öffnete mit hilfe eines Schlüsseldienstes die Türe, und betraten die Wohnung.
Was sie da erwartete, nein, damit hatte keiner von ihnen gerechnet. Sie kannten ja den Lebenslauf des Herrn X. Ein weithin respektierter und angesehener Mann....
Aber das..... Das ganze Haus stank. Stank von dem Müll der jeden Raum füllte. Vergammelte Lebensmittel, Dosen, Flaschen, ungewaschene Kleidung, Schmutz.
Maden krochen über den Boden, und die Luft war von Fliegen erfüllt... Kaum zu glauben das hier jemand leben sollte, in diesem Dreck. Stapelweise Rechnungen und alte Zeitungen... Müll Müll Müll.
Als er später, nachdem man ihn eingewiesen hatte, befragte warum er nichts getan hatte antwortete er:
Mama hat doch immer alles gemacht.

Letzte Aktualisierung ( 14.06.2006 )
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Datum: 01.11.2008 Betrachtet: 127 mal Besitzer/in: Udo von Krähenfeld

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