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Geschrieben von Tina Eiblmaier
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14.06.2006 |
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Die Prinzessin
Sie ist der Traum
Sie ist das Licht
Sie ist
Und ist es dennoch nicht
Die alte Frau lag schon seit Stunden am Beatmungsgerät und die Ärzte
waren sich sicher, das sie wahrscheinlich noch in dieser Nacht sterben
würde. Sie war sehr alt, älter als alle anderen im Haus. Ihr Haar war
weiß wie Schnee und ihr Gesicht war voller Runzeln und Falten, die es
wie Kanäle durchzogen. Nur ihre Augen strahlten und leuchteten noch so,
wie sie damals, als sie noch jung war, als ihre Schönheit mehr war als
nur eine Erinnerung.
Ein und aus strömte nun die Luft, hinein und hinaus aus ihrer Lunge,
hielt sie am leben. Ein Leben das für sie nur noch ein Traum war. Ein
Traum von der Vergangenheit, der Zeit in der sie lebte.
Dann waren sie alle wieder da: die Eltern, die Familie, die Arbeitskollegen, ihr Mann und die Kinder.
Sie lachte und weinte, sie arbeitete und schlief. In ihre kleinen Welt voll Glück.
Doch... war das ihr Leben? Ja, sie hatte dies Leben gelebt, aber es war
nicht ihr Leben gewesen, nicht wirklich ihr Job, ihr Mann oder ihre
Familie. Sie hatte stets mehr gewollt, aber weil sie klug war hatte sie
sich mit der Realität abgefunden, und das was sie bekam, genommen.
Doch nachts in ihren Träumen hatte sie gelebt... hatte das getan was sie wollte, bekam das was ihr zustand.
Und am Tage hatte sie dieses andere Leben gehabt, das Leben einer
Fremden. Und die Träume verwischten ihren Alltag. Ließen sie altern mit
dem Leben.
Doch nun da sie kein Leben mehr leben mußte, und alles vielmehr ein
Traum war, und die Vergangenheit klar umrissen aus den Nebeln der Zeit
aufstiegen, wurde ihr klar, was sie gelebt hatte.
Eine Lüge.
Als der Mond aufging, schlug ihr Herz zum letzen mal. Doch sie konnte ihn nicht sehn, denn das Zimmer hatte kein Fenster.
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Letzte Aktualisierung ( 14.06.2006 )
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